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körperFLUG (2001)

körperFLUG | Aufführungen | Ensemble


körperFLUG nimmt das un/mögliche Zusammenleben auf engstem Raum unter die Lupe und lehnt sich dabei an Texte der Anne Frank.

"Sie ist wieder einmal unzufrieden und nörgelt nur an mir herum!" schreibt Anne Frank 1944 in einem Text. Sie beschreibt das Zusammenleben auf engstem Raum im Amsterdamer Hinterhaus und inspiriert damit die beiden Tänzerinnen zum Tanztheaterstück "körperFLUG". Zwei Menschen müssen sich einen Raum, einen Tisch, einen Stuhl und einen Topf teilen. Das Miteinander ist schwierig. Immer wieder geraten sie aneinander, bis sie sich endlich einem Raum öffnen, der ihnen bislang verborgen schien. Was sie entdecken und erleben öffnet ihnen mehr als nur den Raum.

körperFLUG

Das Leben der Anne Frank im Hinterhaus beschäftigte Astrid Künzler-Büchter seit einem Aufenthalt in Amsterdam und dem Besuch des Anne Frank-Museums vor etwa eineinhalb Jahren. Das Angebot, eine Produktion für den Tanzabend "Novanta 00" am 17. November 2000 in Winterthur zu realisieren, gab im September 2000 den Auslöser für dieses Duett.

Die Geschichten der 12-jährigen Anne Frank entstanden zwischen 1942 und 1944 in der Enge des Amsterdamer Hinterhauses, in dem sich die Familie Frank und fünf weitere jüdische Bekannte vor den Verfolgungen der Nazis versteckten.

Manche der von Anne Frank geschriebenen Geschichten spielen in einer Traumwelt, die sie kreiert, um dem stark strukturierten Alltag und der räumlichen Enge zu entfliehen. Durch ihre gedanklichen Flüge verschafft sie sich Freiraum, Luft zum Atmen, zum Leben.

In "körperFLUG" geht es um Menschen, die mehr oder weniger freiwillig zusammen leben müssen und die auf verschiedene Art und Weise gedanklich und körperlich ihren Raum, ihre Privatsphäre suchen und sich dabei immer wieder in "Machtspielchen" verfangen.

"körperFLUG" beschäftigt sich mit der Sehnsucht nach Freiheit, dem Frei-Sein und -Werden, aber auch mit Mustern und Zwängen, Einschränkungen, vorgegebenen Strukturen, räumlicher und gedanklicher Enge.

"Menschen grenzen aus und sperren ein" - wo liegt Freiheit?

körperFLUG

Themenkreis

Menschen müssen auf engstem Raum, in der Enge eines Hinterhauses, einer Wohnung oder einer Stadt zusammenleben. Menschen wollen ihren persönlichen Lebensraum finden.

Der Körper bewegt sich in Grenzen, Strukturen, Normen und Verhaltensweisen. Welche Auswirkungen haben diese Einschränkungen auf unsere Gedanken, auf Seele und Geist? Die Wahrnehmung des eigenen Körpers ist verknüpft mit der Art und Weise, wie ein Mensch seine Umwelt erfährt und dies mit seinem Selbstbild reflektiert.

Welche Auswirkungen haben die räumliche Enge und die stark strukturierten Tagesabläufe auf Anne Frank? Sie befreit ihren Körper mit gedanklichen Flügen. Und wir? Stossen nicht auch wir immer wieder an gegebene Strukturen und Abläufe, an genormte Verhaltensweisen und Vorstellungen? Wie gehen wir mit Enge um?

Das Schreiben hilft Anne Frank zur Verarbeitung der beklemmenden Situation, des Wartens im Hinterhaus mit all den vorgegebenen Abläufen, den absehbaren Gesprächen, dem unausweichlichen Aufeinanderprallen verschiedener Charaktere, Interessen und Ansichten. All das vergisst sie in den Zeiten des Schreibens. Sie nimmt die Enge nicht wahr, die Entbehrungen, den Verlust ihrer kindlichen Freiheit. Sie lebt in ihren Geschich-ten und was zurückbleibt ist ihre Hoffnung. In der Geschichte "Gib!" aus dem Buch "Geschichten und Erlebnisse aus dem Hinterhaus" äussert sie: "Wie bei so unglaublich vielem suchen die meisten Menschen die Gerechtigkeit ganz woanders, murren, weil ihnen selbst so wenig davon zuteil wird. Öffne die Augen, sei selbst zuerst gerecht! Gib selbst, was zu geben ist! Und immer ist etwas zu geben, wenn es auch nur Freundlichkeit ist! Wenn alle dieses Letzte geben würden und nicht mit freundlichen Worten so geizig wären, dann würde viel mehr Liebe und Gerechtigkeit in die Welt kommen! Es ist Platz, Reichtum, Geld und Schönheit genug in der Welt. Es ist für alle genug geschaffen!"

körperFLUG

Inszenierung

Das Stück spielt in einem definierten Raum. Der Raum, in dem ein Tisch, ein Stuhl und ein Topf steht, ist Lebensraum von zwei Menschen und wird von beiden in Anspruch genommen. Der Bühnenraum wird dadurch zu einer Art Wohnung, könnte aber auch irgend einen anderen Raum symbolisieren. Das Leben in diesem Raum verläuft nach Regeln, an die sich alle zu halten haben. Wer wann welche Arbeit zu tun hat, ist genauso klar, wie Ort und Zeit des Essens.

Sie haben verschiedene Bedürfnisse, Ansichten, Rhythmen, Vorstellungen und kommen sich andauernd in die Quere. Sie kämpfen um Macht, Raum und Zeit und wollen eigentlich nur sich selber sein können. Beide wollen ihre Freiheit und glauben, im Bekämpfen, Ein- und Ausgrenzen des Anderen, Raum für sich und damit Freiheit zu finden. Doch je mehr sie diese Freiheit suchen, desto enger, sturer und unzufriedener werden sie. Sie missverstehen sich, streiten um Banalitäten wie einen Topf, obwohl es eigentlich schon lange nicht mehr darum geht. Sie wehren sich für äusseren Raum und ihre Gedanken kreisen um sich selbst.

In dieser Sackgasse des Zusammenlebens wenden sie sich bald an Gegenstände im Raum und merken dabei, dass ein ganz anderer Raum verborgen liegt. Erst als sie sich auf Neues einlassen und ihr Herz, ihre Gedanken zu fliegen beginnen, öffnet sich ein Raum in ihnen und sie entdecken allmählich, was Freiheit sein kann. Sie schmecken eine neue Dimension, die ihnen Mut gibt, aufeinander zuzugehen.

"Es liegt an uns selber, unser Leben nicht arm werden zu lassen, indem wir es an das Kleine hängen, sondern es reich zu machen, indem wir es erfüllen lassen mit dem Grössten". (Zitat von O.H., richtiger Name unbekannt).

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Mit bestem Dank an:
Anne Frank-Fonds
Oertli Stiftung
Init Seven AG
ERF Schweiz














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Fredy Künzler, Gemeinderat Winterthur
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